Grillsaison im Auftakt, Promos und Messen wohin man sieht. Doch wie verhalten, wo es alles gibt von Shufflern bis verkappte Promoter, da treffen 81 Varianten aufeinander – komplizierter, als man denkt.

Wer dachte, ich sei in den letzten Wochen untergetaucht, hat sich getäuscht – einfach nur zu beschäftigt mit / bei eben diesen Events. Seit Wochen will ich mit euch etwas durchdenken, das mir stark auffällt: Wie verhalten bei solchen Events, hier das Szenario, wie es euch auch an der Deutschen Grillmeisterschaft bevor steht:

Fuldaa) Hersteller wollen ihre Produkte verkaufen. Dazu müssen sie sie den (potentiellen) Kunden vorstellen. Im Fall von Food ist’s leicht: Probieren lassen. Im Fall von Geräten, übers Resultat, d. h. in der Grillwelt über Gegrilltes / von der Plancha. Es fallen immer drei Kostenarten an: Das Gerät im Einsatz, der Promoter / Koch, der zubereitet, und das Essen, das auf dem heißen Eisen landet. Im Alltag schiebt man diese Kostenpunkte hin und her, wer zahlt was, denn das muss nicht immer derselbe sein.

b) (Potentielle) Kunden probieren also. Da gibt’s drei Arten von Probierern, hängt ja von der Motivation ab:

  1. Die, die sich wirklich für das, was da passiert, interessieren und probieren möchten.
  2. Die, die probieren möchten, und deshalb Interesse heucheln.
  3. Die, die einfach nur Essen wollen.

Die 2er sind eigentlich eine Untergruppe der 1er, ich liste der Klarheit (oder dramaturgischen Effekts) wegen trotzdem separat.

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In diesen Arten gibt’s dramatische Verhaltensunterschiede:

I) Höfliche Mitmenschen, die gelernt haben, Danke zu sagen, wenn man etwas kostenfrei bekommt. Leicht zu erkennen, denn sie sagen „Danke“, oft wird dabei gelächelt.

II) „Shufflers“ nenne ich diejenigen, die versuchen, sich möglichst unauffällig ran schleichen und sich ihre Portion sichern. Zu erkennen am ausweichenden Blick (wen ich nicht sehe, der sieht mich nicht), am Vorschnellen der Hand, als ob man sich in Taschendiebausbildung befände, denn oft läuft das etwas ungeschickt ab und es wird verschüttet.

III) Die Unsicheren, die doof kommentieren. Oft werden sie als „Doofe“ bezeichnet, aber ich finde das falsch, denn wir wissen ja, dass sich hinter doofem Verhalten eigentlich nur Unsicherheit steht. Woher die Unsicherheit rührt, ist wieder ein ganz anderes Thema, für eine psychologische Analyse ist hier jedoch weder Zeit noch Notwendigkeit gegeben. Aber natürlich gibt’s darunter tatsächlich auch welche, die echt doof sind, da bin ich mir sicher.

3 Kundengruppen mal 3 Verhaltensarten = 9 Möglichkeiten.

Für den Promoter / Mensch am Grill gilt es dann eigentlich nur, blitzschnell einzuschätzen, welche Kombi zutrifft, um entsprechend zu reagieren. Ganz ehrlich: Es gibt viele, die sich diese Mühe nicht machen; die einfach generell denken „sind alle nur zum frei Essen da“. Auch das finde ich wieder unfair, denn Verhalten ist ja flexibel und kommt immer auf den Moment an. Jemand, der an sich Interesse hat, doch während er zur Probierportion greift, klingelt sein / ihr Telefon, der / die wird flugs zum Shuffler. Oder dem Heuchler, der eigentlich nur probieren wollte, geht die Liebe durch den Magen und er wird zum echten Interessent.

Ich bin von Haus aus ja Mittler, d. h. derjenige, der die Situation sieht, versteht, und dadurch die Problematik erkennt. Meist versuche ich, in beide Richtungen zu vermitteln, und deshalb muss ich natürlich auch die Promoter sezieren, denn auch da gibt’s wieder 3 Hauptarten, alle bedingt durch ihre Motivation:

  1. Die, die echt Bock aufs Vorführen des Geräts haben, weil sie das Gerät echt gut finden.
  2. Die, die fürs Geld am Gerät stehen.
  3. Verkappte Griller, die sich als Künstler sehen und nicht kapiert haben, warum sie an diesem Tag an dem spezifischen Gerät zu Gange sind.

Unnötig zu sagen, dass auch da die Verhaltensweisen von I) – III) reichen = 9 Möglichkeiten.

81 Varianten gibt es also, wenn diese beiden Seiten bei so einem eigentlich harmlosen Event aufeinander stoßen. Ordentlich, gell. Ich wette, dessen waren Sie sich noch nie bewusst.

Wass will ich also mit diesem Blog erzielen? Eine Verhaltensänderung bei den (potentiellen) Kunden oder bei den Promotern? Natürlich nicht. Denn die, die echt doof sind, lesen so einen Text ja gar nicht fürchte ich 😉

Dieser Blog ist für diejenigen, die ich echt mag:

HERZ: Für Menschen, die das Leben schätzen und somit auch die Möglichkeiten und Geschenke, die der Alltag bietet (d. h. auch meinen Blog (SELBSTBEWEIHRÄUCHERUNG))

HERZHERZ: Die Unsicheren, denen ich bewusst machen möchte, dass die Spielregeln bei solchen Events klar sind: Versucherle sind da, damit versucht wird. Wie beim ältesten Gewerbe der Welt: Irgendjemand bezahlt für einen Service, der Genuss bereitet. Es ist überhaupt nichts Falsches dran, einfach zu genießen und euch möchte ich zur ersten Art machen.

HERZHERZHERZ: Die unglücklichste Kombi, der echt interessierte Höfliche, der aufmerksam zuhört / zusieht, aber dann nicht zugreift, weil er nicht zu den Shufflers oder Doofen gehören will. Das bricht mir echt das Herz. Nach denen halte ich immer ganz besonders Ausschau und bringe dann persönlich eine Portion hin. Aber sehe ich da immer alle, komme ich in dem Moment immer weg, um die Portion hinzubringen? NATÜRLICH NICHT, bin ja auch nur Mensch und das setzt mich voll unter Druck! Das macht mich zum Doofen – entgegen besseren Wissens von sich erwarten, übermenschlich zu sein, Mensch, da müsst ihr mir doch helfen!

Deswegen nun die praktischen Tipps:

  • Überlegt kurz, wer beim Event zahlt und bedankt euch entsprechend.
  • Seid euch eurer Motivation bewusst und gebt euch zu erkennen als derjenige, der ihr seid: Interessiert oder einfach nur hungrig.
  • Seid nicht zu schüchtern zu Probieren, kommt ruhig vor und wartet nicht auf mich.
  • Täuscht kein Interesse am Gerät vor, denn das merkt man eh und frisst nur unsere Zeit (und Nerven) und hindert vielleicht daran, einen echt Interessierten zu beraten oder nach dem Ausschau zu halten, der ermuntert werden will.
  • Freut euch des Lebens, denn das steckt immer an, und wen interessiert da noch die Motivation, d. h. einfach nur Essen ist okay, solange ihr die Freude teilt.
  • Wer einen echt doofen Promoter vor sich hat, kann das ruhig äußern, z. B. „Du hast den Job verfehlt“ – durchaus angebracht finde ich.
  • Wir sind Menschen und so ein Tag ist wahnsinnig lang und anstrengend. Aufheiterung ist immer Willkommen und wenn es eine Möglichkeit gibt, zur Stimmung beizutragen, nutzt sie – staunende / beifällige Ohhhs und Ahhhs sind immer Willkommen, oder macht einfach mal mit, wie Steffi hier beim CITTI-Markt Lübeck!

Steffi

Hoffentlich bis nächste Woche, Eure,
Mona Leone, Plancha-Botschafterin

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